AGA Kongress 2006
23. Kongress der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie (AGA)
„Hie gibt Erzbischove Leonhard zu Salcburg geborn von Keutschach des segn über stifts salzburgs landt 1515“, steht an der Außenmauer der Kirche. Böse Zungen behaupten, er hat nur das Land, nicht dessen Bewohner gemeint.
Provisorisch errichtet wurde die Burg im 11. Jhd, während eines Machtkampfs zwischen Kaiser und Papst. Im Laufe der Zeit hat man sie zu einer richtigen kleinen Stadt mit Selbstversorgung ausgebaut, noch heute geben Wohn- und Küchenturm, Ställe, Schulhaus, Zisterne und Kirche Zeugnis davon ab. Nur ein einziger Raum war einst beheizbar, die Goldene Stube, das schönste der gotischen Fürstenzimmer.
In den Hangterrassen des Festungsbergs, im Biergarten des Stiegl-Kellers kann man sich jedenfalls in Ruhe überlegen, ob man den Aufstieg zur Festung zu Fuß versucht oder lieber den Lift benützen will…
Täglich nach dem Glockenspiel ruft der „Stier“, die älteste erhaltene Freiorgel Österreichs und eines der akustischen Wahrzeichen Salzburgs von der Festung. Am besten hörbar ist er vom Kapitelplatz aus.
Die „alte“ Residenz war Sitz der Salzburger Erzbischöfe, welche von hier aus das Erzbistum bis ins 19. Jhd. regierten. Die schlichte Außenfassade lässt die zu besichtigenden prunkvollen Repräsentations- und Wohnräume kaum vermuten. Jeder Herrscher ließ das Gebäude etwas umbauen, am nachhaltigsten Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Immer noch dienen die Räume als repräsentativer Rahmen bei Staatsempfängen. Auch Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth empfingen hier Napoleon III. Im Ratszimmer gab Mozart sein erstes Hofkonzert im Alter von 6 Jahren.
Während der NS-Zeit fand am Residenzplatz die Bücherverbrennung statt.
Der barocke Brunnen galt bei seiner Errichtung als höchst originell. 4 Wasserrösser stürmen aus einem Felsberg, auf diesem wiederum stützen 3 Atlanten die Wasserschale.
Die Einrichtung der alten fürst-erzbischöflichen Hofapotheke stammt aus dem Rokkoko, leistet aber Hilfe aus dem 21. Jhd. falls der herbstliche Schnürlregen Folgen zu zeigen beginnt.
Vielleicht möchte man es aber zuerst mit einer Tasse Tee im Café Tomaselli versuchen, falls man dort, wo ebenso Mozart schon Torte gegessen hat, mit ein bisschen Glück einen Platz findet.
1492 wird die Stieglbrauerei zu Salzburg gegründet, die heute die erfolgreichste Privatbrauerei Österreichs ist.
Von unten her ausgehöhlt wurde der Mönchsberg von den Salzburgern seit jeher. In neuerer Zeit fraßen sich Garagen hinein, vorher entstand das Festspielhaus, Johann Fischer v. Erlach ließ die Felsenreitschule in einen schon bestehenden Steinbruch bauen. Im 3. u. 4. Jhd. schlugen frühchristliche Mönche Felsenkatakomben in den Berg, in denen später der erste Bischof, der hl. Rupert mit seinen Anhängern Unterschlupf gefunden hatte. Hier befindet sich der eigentliche Ursprung Salzburgs. Ab 15 v.Chr. wurden die bereits bestehenden Einzelsiedlungen durch eine römische Stadt am Salzachufer, Juvarum, abgelöst. Bischof Rupert erhielt die Reste dieser alten Römerstadt vom Herzog v. Bayern geschenkt, um das Land zu missionieren. Er wählte das aus dem 5. Jhd. n.Chr. bezeugte Kloster St. Peter als seinen Stützpunkt und gründete die romanische Erzabtei St. Peter. Sie ist eine der ältesten Klosteranlagen nördlich der Alpen, der dazugehörige Friedhof eine Oase der Ruhe und Stille. In einem Grab liegt das Nannerl, die Schwester Mozarts.
In einer Ecke des Klosterhofs findet sich eine über 1000 Jahre alte Gaststätte, der Peterskeller, ursprünglich als Weinkeller der Bischöfe Salzburgs angelegt, und natürlich auch schon von Mozart und seinem Vater sehr geschätzt.
Auf dem Mönchsberg, neben dem historischen Wasserturm, ist seit 2004 ein Teil des Museums der Moderne im Neubau des Münchner Architektentrios Friedrich, Hoff, Zwick untergebracht. Es ist eine Dependance des Museums für Moderne Kunst und der Graphischen Sammlung Rupertinum.
In die Außenfassade aus Untersberger Marmor wurde das Notensystem bestimmter Mozartarien aus der „Zauberflöte“ in Form entsprechend rhythmisiert gesetzter Schlitze eingeritzt.
Das Mönchsberg32 wurde als zeitgemäßes „Jägerstüberl“ vom Südtiroler Stararchitekten Matteo Thun designt. Die Lichtinstallation aus über 400 Hirschgeweihen, die so genannten „Lusterweibchen“, zusammen mit den kardinalroten, blattgoldverzierten Plüschsesseln spalten die Gemüter.
Der Ausblick ist jedenfalls toll, die Küche Walter Hintners mediterran-bodenständig und mit einer Haube ausgezeichnet.
Wolfgang Amadeus…geboren in der Getreidegasse als letztes von 7 Kindern, von denen nur er selbst und seine Schwester Nannerl überlebten.
Die Getreidegasse ist die berühmteste Einkaufsstrasse Salzburgs. Wenn es nichts mehr zu kaufen gibt, kann man seine Aufmerksamkeit den Details widmen. Die alten Häuser sind oft mit dem Auge Gottes oder den Namen früherer Bewohner und vielen Zunftzeichen verziert. Mozarts Geburtshaus war früher einmal eine Apotheke, davon zeugt die Schlange am Türgriff. Typisch sind auch die Durchhäuser der Gasse, die früher als Querverbindungen dazu dienten, schneller zum Wasser der Salzach zu gelangen. Heute haben sich darin Boutiquen und kleine Geschäfte angesiedelt. Das „Schatz“- Durchhaus des Lebzelters, wird als eines der ältesten Häuser Salzburgs schon 1363 urkundlich erwähnt. Ein kleiner Hai im Hausgewölbe weist auf eine früher bestehende Faktorei hin. Das älteste Wirtshaus Salzburgs befindet sich auch hier, es ist die Blaue Gans. Ebenfalls mit Essen zu tun hat das schräg gegenüber befindliche Carpe Diem mit Fingerfood vom Feinsten. Alle Cones sind Kreationen von Jörg Wörther, zB „Tafelspitz mit Cremespinat und Kren im Kartoffel-Cone“…
Mozarts “Zauberflöte“ wurde im Zauberflötenhäuschen komponiert, in dem er angeblich von seinem Logenbruder Emanuel Schikaneder zwecks Fertigstellung eingesperrt wurde. Diese Geschichte spielte sich ursprünglich in Wien ab, über eine Schenkung gelangte das Häuschen nach Salzburg, an den Platz im Basteigarten hinter dem Mozarteum.
Schloss Mirabell hieß früher Schloss Altenau, nach der Geliebten Salome Alt des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau, mit der er 10 Kinder hatte. Nach Gefangennahme des Erzbischofs musste Salome vom Schloss fliehen, Markus Sitticus versuchte die Erinnerung an die Frau zu tilgen und taufte das Schloss auf den Namen Mirabell um. Erzbischof Harrach beauftragte Lukas v. Hildebrandt, Mirabell in eine barocke Schlossanlage umzuwandeln. Die von ihm erbaute Engelsstiege führt zum Marmorsaal, einem der begehrtesten Trauungssäle Österreichs.
Erzbischof Harrach war der erste Salzburger, der sich Hofzwerge hielt, die er in Stein nachbilden ließ. Sie sollten die verschiedenen Berufe und das Treiben der Menschen widerspiegeln. Ludwig der Erste von Bayern fand sie so schrecklich, dass er sie in den Kalkofen stecken lassen wollte. Es gelang aber die Zwerge zu verstecken, der Teil der später gefunden werden konnte, wurde im Mirabellgarten wieder aufgestellt.
In der Linzergasse wohnte der Arzt Paracelsus am „Platzl Nr. 3“ und Georg Trakl arbeitete in der Engel-Apotheke im Haus Nr. 7. Der Eingang von der Linzergasse zur Sebastiankirche wird von ungewöhnlichen barocken Engelshermen flankiert Am Friedhof dahinter liegen u.a. Mozarts Frau Constanzerl, sein Vater, Paracelsus, und die Mutter Carl Maria v. Webers begraben. Inmitten steht das frühbarocke, mit farbigen Fliesen ausgestattete Mausoleum des Erzbischofs von Raitenau, Erbauer von Schloss Mirabell.
Durch ein Portal in der Linzergasse gelangt man über einen steilen Kreuzweg mit sechs barocken Kreuzwegkapellen zum alten Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg. Von hier heroben kann man noch auf Teile der Stadtmauer aus dem 30 jährigen Krieg blicken.
Im Mittelalter befand sich an der Stelle ein von den streitbaren Erzbischöfen erbauter Wehrturm. Erzbischof Wolf Dietrich Raitenau holte die Kapuziner nach Salzburg, baute für sie den Wehrturm um und siedelte sie dort an. Lange Jahre hindurch führten die Kapuziner ein beschauliches Leben, bis sie im 2. Weltkrieg weichen mussten um einer geplanten Gauhalle mit neuem Festspielhaus und Stadion Platz zu machen. Zur Ausführung kam es aber nicht mehr.
1694 spendete Erzbischof Johan Thun 15.000 Gulden für den Bau einer Universitätskirche der unbefleckten Empfängnis Mariens, um die Gottesdienste in den profanen Räumen der Universität einstellen zu können. 1922 wurde in dieser, von Fischer v. Erlach erbauten Kirche „Das Salzburger große Welttheater“ von Hugo v. Hoffmannsthal, unter der Regie von Max Reinhardt aufgeführt. Weil die Kollegienkirche für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt wurde, trat Karl Kraus aus der Kirche aus.
E.G.
